Die Willkommensklasse auf Klassenfahrt

Die Willkommensklasse auf Klassenfahrt

Montag, der 23.09.2019

Wir trafen uns zur gewohnten Zeit um 8.15 Uhr vor der Schule. Nach kurzer Aufregung um zwei nicht erschienene Schüler ging es aber los. Die Anspannung der Schüler war groß – schließlich war es für fast alle die erste Klassenfahrt überhaupt: Fünf Tage, vier Nächte, zwei Erwachsene, elf Kinder, neun Sprachen und elf Nationen!

Mit Bus und S-Bahn und ein gutes Stück zu Fuß durch den Wald verlief die Anreise bis nach Schwanenwerder sehr gut. Das Gehen in der Zweierreihe klappte danach jedenfalls.

Auf der Insel angekommen, wurde das Gartenhaus mit seinen vier Zimmern bezogen. Die Freude über das „eigene“ Häuschen war so groß, dass sich fast alle Kinder in den Schränken einrichteten und sogleich die Haus- oder gar Schlafanzüge anzogen. Pünktlich um 12 Uhr waren alle wieder „ausgehfertig“ angezogen, um Mittag zu essen und anschließend das Gelände zu erkunden. Die Tischtennisplatten, der Spielplatz, das Volleyball- und Fußballfeld sowie das riesige Schachbrett wollten schließlich genutzt werden.

An diesem Tag standen „Kleine Spiele“ und das Nähen und Besticken eines Geschichtensäckchens auf dem Programm. Das Geschichtensäckchen ist ein kleiner Beutel, in dem man Dinge, Bilder oder Wörter hineinstecken kann, die einem helfen, eine bestimmte Geschichte zu erzählen. Am Abend gab es noch eine Gutenachtgeschichte von der Raupe Nimmersatt und eine Schulung in Sachen Tischmanieren und Zahnhygiene.

 

Dienstag, der 24.09.2019

Dienstag war Ausflugstag – Ziel: Pfaueninsel. Frühstück, Lunchpakete zusammenstellen, Moralpredigt von Frau Schlitter zum Verhalten bei Tisch und am Buffet, Zähneputzen, ein paar Streitigkeiten schlichten und los ging es. Da wir etwas verspätet loskamen, mussten wir uns ziemlich sputen, um pünktlich durch den Wald zum Bus zu gelangen. Aber wir haben es geschafft! Die Busfahrt im alten Doppeldeckerbus mit persönlicher Haltestellenansage des Busfahrers war das erste Erlebnis. Mit der Fähre fuhren wir zur Pfaueninsel hinüber. Eine kurze, aber beeindruckende Schiffsfahrt. Nach dem ersten Picknick am Brunnen, begegneten wir dem ersten Pfau – echt klasse! Es kamen noch mehr Vögel und sogar Schafe – auch ein Mistkäfer wurde begutachtet. Auf der großen Liegewiese konnten wir dann Fußball und Fangen spielen. Nach der ganzen Anstrengung gab es ein Eis für jeden und es ging weiter zum Schloss, vorbei am Kavaliershaus, über die ganze Insel.

Ein paar Gruppenfotos später setzten wir mit der Fähre wieder über. Bevor der Bus kam, versuchten wir uns mehrmals mit der Auflösung des gordischen Knotens – nicht so leicht mit den unterschiedlichen Sprachniveaus! Sieben Kinder waren schließlich erst seit kurzer Zeit in der Klasse. Nach anfänglicher Frustration bei den Kindern, wurde dieses Spiel aber sehr beliebt.

Auf Schwanenwerder angekommen, hatten wir noch etwas Freizeit und dann gab es eine Überraschung: Jovica kam nach! Welch’ ein Fest!

Nach dem Bilderbuchkino „Der Grüffelo“ gingen wir alle müde und kaputt ins Bett.

 

Mittwoch, der 25.09.2019

Ein bewölkter und regnerischer Tag stand uns bevor. Perfekt zum Herstellen des Inhaltes für die Geschichtensäckchen.

Frau Böhm las „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“. Anschließend durften sich die Kinder entscheiden, ob sie die Geschichte von der Raupe Nimmersatt, dem Grüffelo oder dem Maulwurf erzählen wollen und durften dementsprechend Baumscheiben bemalen und beschreiben. Es sind wundervolle Werke entstanden, die darauf warten, präsentiert zu werden.

Nach dem Mittagessen ging es heiter musikalisch weiter: „Der Herbst ist da!“. Nach einem holprigen Einstieg ahnten wir nicht, dass dieses Lied die Klassenfahrt-Charts bald anführen sollte – mit Ohrwurmpotenzial!

Mit geölter Stimme ging es weiter mit ein paar Teambuilding-Methoden: Ein Gliedermaßstab (im Volksmund Zollstock) soll gemeinsam mit den Zeigefingern gleichmäßig auf den Boden abgelegt werden, wobei alle aus der Gruppe zu jeder Zeit Kontakt zu dem Gliedermaßstab haben müssen. Ein einfach anmutendes Unterfangen, was nicht unterschätzt werden sollte!

Nach dem Abendbrot waren Gesellschaftsspiele dran. Ein Teil spielte „Können Schweine fliegen?“. Ein anderer Teil spielte spontan in einer lebhaften Runde „Uno“ mit einigen Zehntklässlern aus Nürnberg, die auch gerade auf Klassenfahrt waren. Es war ein multikulturelles Uno-Spiel zwischen Kindern und Jugendlichen, was allen Beteiligten viel Spaß bereitete.

 

Donnerstag, der 26.09.2019

Der letzte vollständige Tag stand an. Mensch – die Zeit verging, wie im Fluge! Am Vormittag verpackten wir unsere Eindrücke dieser großartigen Zeit in Form eines Lapbooks. Viele herbstliche, mit Glitter und Bordüren geschmückte Werke sind entstanden, gespickt mit neuen Wörtern, Zeichnungen, bunten Laubblättern und Briefen.

Der Nachmittag stand wieder ganz unter dem Teambuilding-Aspekt: Einen Teppich umdrehen, während man drauf steht, ein Flugobjekt für ein Ei basteln, ohne dass das Ei bei der Landung kaputt gehen darf und auf einer schmalen Mauer balancieren und dabei nach Alter sortieren ohne runterzufallen – alles im Team! Die Aufgaben forderten die Kinder stark, wurden aber letztendlich alle erfolgreich gemeistert.

Schon hieß es Taschenpacken und Stöcke für das Lagerfeuer sammeln. Denn nach dem Abendbrot wartete schließlich das Finale: Stockbrot grillen über dem Lagerfeuer! Herr Plorin, ebenfalls tätig in der Klasse, kam auch dazu. Ein gelungener letzter Abend, an dem es einigen etwas schwerer fiel, die abendlichen Gespräche einzustellen.

 

Freitag, der 27.09.2019

Es regnete in Strömen. Doch auch wenn der Himmel weinte, es trübte die Stimmung nicht. Die Kinder gaben – trotz des ein oder anderem Heimweh-Gefühls im Laufe der Woche – ein überwältigendes Feedback zu dieser Klassenfahrt. Sie freuten sich auf ihre Eltern, die sie sehr glücklich an der Schule in Empfang nahmen.

Eine wunderschöne Klassenfahrt ging viel zu schnell zu Ende. Es bleibt das tolle Gefühl, wieder ein Stück mehr gelernt zu haben und vor allem zusammengewachsen zu sein.

Vielen Dank an den Mut der Eltern und Kinder, sich auf diese Fahrt eingelassen zu haben, an das Schwanenwerder-Team, an Herrn Plorin für seinen Besuch und an meine wundervolle Kollegin, Frau Böhm!

 

In Vorfreude auf das weitere Schuljahr

Saskia Schlitter (Klassenlehrerin der Willkommensklasse)